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21.08.2008

Frühstück mit Blini

Frühstück mit – Blini. Erstes Annähern an die russische Bevölkerung. Wir dialogisieren! Porridge, das nach süß ausschaut, aber salzig schmeckt! Dazu Spiegelei (in Massen) und Blini! Wir stiefeln zu Arthur-ich-hab-ne-komische-Mütze-auf-dem-Kopf-und-schau-Euch-beim-Sprechen-nicht-an. Nach langem Warten bekommen wir die „für Deutsche bessere Fahrräder“, mit „Free Tibet“-Aufklebern versehen und eine DIN A7 Wegbeschreibung (selbstgeschrieben und gezeichnet), die uns noch in die Verzweiflung treiben sollte. (Flo hat Recht). Kurzer FIXME. Zweitkontakt mit den Ösis. Wie wollen die an Berg hochkommen? Frohen Mutes starten wir auf dem Chucir-“Highway“. Vor der nächsten Ortschaft biegen wir ins Nirgendwo ab und gleich bergauf. Ab der Hälfte des Berges erste Verluste. Ab sofort wurde bei jeder Weggableung eifrig diskutiert und die Karte konsultiert. Nach der Überwindung des Passes ging's schön voran, bergab! Das Schockerlebnis, das Schicksal meinte es nicht gut mit uns. Mentale Abgründe taten sich auf. Eine Reifenpanne mitten in Sibirien (Katrin). Aber die Jungs sind spitze und der Reifen hat sich irgendwie von selbst repariert. Dann bergab durch den Wald, auf einmal stehen wir tatsächlich vor dem versprochenen Haus. Hier teilt sich die Gruppe. Die sportlichen Jungs ziehen ab zum Ufer des Baikals. Wir haben aber nur eine schwarze Wolke und eine Hippie-Kommune verpasst. Wir Mädels schieben bergauf, Richtung FIXME. Damit die Jungs uns wiederfinden, bauen wir einen riesen Wegweiser mit Blumen drauf, der wirklich nicht zu übersehen ist. Aber klar sehen die ihn nicht! Auf den letzten Metern zum See treffen wir die Deutschen: Robert, Antonia, Davina und Kirsten. Und jetzt müssen wir blumig umschreiben, dass der See net so der Hit war: Der Weg ist das Ziel! Jetzt schreibt Stefan: Es folgte das negative Ereignis des Tages. Russischer Deppenreiter schickt uns ungefragt auf den falschen Weg und bestätigt unseren Eindruck der nicht vorhandenen russischen Gastfreundschaft. Anstatt bergab schnell Richtung Camp zu radeln, heißt es erstmal nochmal den Berg hoch und ewigst durch Olchons Nichts zu fahren. Anscheinend ist es auch Sitte dieses freundlichen Volkes einfach zu Hupen, auch wenn vier Radler NEBEN der Straße stehen. Naja, Russland eben. Nichtsdestotrotz war der „falsche“ Weg wirklich schön, auch wenn mancher an seine Grenzen gestoßen ist oder auch über seine Grenzen (Lenker) hinaus flog. Aber Gott sei Dank keine schweren Verletzungen. Weitere Vorkommnisse: Mitten im Nichts kam Wendy, das schwarze Pferd, das sicht langweilt, daher. Irgendwann kämpften wir mit den Ausläufern der Sanddüne, um dann letztendlich bei „Gastronom“ (=Supermarkt) zu landen. Die Fahrradrückgabe erwies sich als sehr aufschlussreich: Das Rad mit der Panne war bereits drei Mal geflickt, die Bremse gibt schon länger komische Geräusche von sich und alle Einheimischen schicken Touristen gern in die falsche Richtung. Wir waren an diesem Tag die einzige Gruppe, die den richtigen Weg zum See gefunden hat. Jetzt endlich unser wohlverdientes Abendessen. Und dann in die Banja. Evelyns Lieblingsbadeanstalt. So toll. Stevie und Flo werden von einer weiteren „freundlichen“ vollbärtigen Russin (nenne wir sie Miss Ugly) grundlos zur Sau gemacht. Am Abend nehmen wir in deutscher Runde noch ein bisschen Desinfektionsmittel ein. Pubär plaudert aus dem Nähkästchen. Es wird spät.