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06.09.2008

12 Tage durch viel Nichts und mehr

Am 26.08. ging unser bisher abendteuerlichster Teil der Reise los: 12 Tage durch die Mongolei mit einem russischen Gelaendebus und einem mongolischen Fahrer der weder Deutsch noch Englisch sprach. Wir verliessen Ulan Bator im Regen Richtung Sueden, genauer: Dalanzagad, Anfang der Wueste Gobi. Am Anfang war es ungewohnt als Wackeldacke im Auto zu sitzen, aber nachdem die zwischenzeitlich herausgebrochene Ruecksitzbank in der oertlichen Schweisserjurte repariert wurde und wir erkannten, dass auch die Polsterung an der Fahrzeugdecke einen Sinn macht hatten wir Zeit uns auf die Landschaft und die Leute darin zu konzentrieren. In Kuerze:

  • Landschaft: Wir haben alles gesehen: Gruene Huegel, braune Huegel, gar keine Huegel, Sandduenen, Fluesse, Schluchten, blau weiss, braun blau... einfach Alles.
  • Leute: in 12 Tagen weniger als 10 Touristen (uns eingeschlossen ;-)). Mongolen in Tracht, mit stylischen Klamotten, beim Melken, betrunken, stets hilfsbereit, suesse Kinder, dreckige Kinder und nicht zu vergessen: Der Mac Gyver der Mongolei: Unser Fahrer Gambda, der Walter Roehrl alt aussehen laesst: Fremdenfuehrer, "Restaurant"guide, Automechaniker (wer kann schon von sich behaupten ein Auto mitten in einem Fluss zu reparieren, ohne sich auch nur die Zehenspitzen nass zu machen?!), Sprachgenie ("Oke; jo; gut'Nacht") und Wetterfrosch. Fuer unserer Nachfolger: Auch wenn man ihn nicht versteht: Einfach Nicken, Gambda hat immer die beste Alternative auf Lager.
  • Tiere: Hunde, Wuestenmaeuse/-hamster, Kamele, Dromedare, Geier, Schafe, Ziegen, Yaks und nicht zu vergessen: die letzten Wildpferde dieser Welt, deren Namen wir nicht schreiben koennen.
  • Essen: morgens Porride, mittags Tsuivan, nachmittags Mars und abends Nudeln mit Sauce. Jeden Tag. Ohne Ausnahme, ausser dass Mars zwischenzeitlich durch Snickers ersetzt wurde und wir ab und zu von einer Nachbarfamilien aus der Jurte mit allerlei Milchprodukten wie Yak-Kaese, Ziegenkaese, getrocknete Milchbrocken und natuerlich Airag (=vergorene Stutenmilch) versorgt wurden.
  • Wetter: Von kurzer-Hose-T-Shirt-Wetter bis zu Bodenfrost war alles dabei. Und wehe dem der nachts seinen Rucksack offen im Regen stehen laesst, gell Stefan? ;-)
  • Wir: Wir haben den Beweis erbracht, dass man 12 Tage ohne Duschen locker aushaelt. Ausserdem kennen wir langsam alle gegenseitigen Macken und Essen selbstverstaendlich alle ohne Teller aus einem Topf, damit wir weniger abspuelen muessen. Das Aufstehen fiel morgens leicht: Einfach eine Jacke ueber die Klamotten die man sowieso noch von der Nacht (und am Vortag, und davor, und...) anhatte und gut ist's.

Wir haben alles gut ueberstanden, unser Teleskopscheibenwischen hat einen neuen Besitzer gefunden und wir sind um sehr viele Eindruecke und Erfahrungen reicher. Wir freuen uns nun auf die naechste Etappe: Morgen frueh um 8 Uhr Ortszeit faehrt uns Zug #4 nach Peking, wo wir am Montag Mittag eintreffen werden und uns wieder melden werden, wenn es die netten kleinen Maennchen internettechnisch zulassen.


8 Kommentare
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Flo am 16.09.2008 um 12:05
Tja, das mit dem Teleskopscheibenwischer... der darf halt auf keiner Transsib-Reise fehlen. Aber mittlerweile hat er ja in der Mongolei eine neue Heimat gefunden. @b: Saugeil mit Cartagena! Der Herr Ernest waere Stolz auf dich! ;-) @Moritz: Jepp, da hast du voellig richtig geladen. Unsere In Peking ging unsere Seite noch, da hatten wir aber keine Zeit. Hier in Lhasa geht's nicht so ohne weiteres. Aber als findiger WInfo findet man immer Mittel und Wege...
Moritz am 14.09.2008 um 14:39
Hey! Wo seid ihr denn unterwegs? Kann es vielleicht sein, dass euer Blog der chinesischen Internetzensur unterliegt? ;-) Man hört ja gar nix mehr von euch... Wir haben mit eben dieser Zensur auch unsere Erfahrungen gemacht... Sind übrigens mittlerweile wieder zu Hause! Weiterhin gute Reise und viele schöne Eindrücke! Gruß, Moritz
Maria am 10.09.2008 um 22:24
NEID.....ich will auch weg! Ja also das mit dem Teleskop-Fensterwischer würd mich auch mal interessieren.... Ganz liebe Grüße
Markus B am 10.09.2008 um 16:36
das wird sich erst am ende herausstellen. Das is so das mysteriöse element dass sich durch den ganzen film zieht und erst in der letzten minute aufgelöst wird.
Stefan J am 10.09.2008 um 08:14
was hat das eigentlich mit dem Teleskop-Fensterwischer auf sich???
b am 09.09.2008 um 23:53
Hey Flo, habs tatsaechlich nach Cartagena geschafft. Mal schauen wies mit den Bettlern ist....
Petra am 09.09.2008 um 23:00
Hi Katrin, das sieht ja total geil aus....Wahnsinn! viel spaß noch
Theresa am 08.09.2008 um 19:49
hey ihr, das hört sich ja alles total super an!!bin fast etwas neidisch nachdem ich die wahnsinnsbilder aus der mongolei gesehen hab, aber ich hab hier in südafrika auch ganz gute landschafts und tieralternativen:-) kommt wieder gut nach hause und noch nen lekker vakansie totsiens die theresa